Archiv für die Kategorie ‘Kinder’

Kinder, die

Juni 10, 2009

Und ein Wildfremder kann Dich in wenigen Minuten zerstören, alle Träume und Hoffnungen, jedes Lachen und jede Umarmung, um des eigenen Vergnügens willen. Wie soll ich Dir erklären, was geschehen ist, wie sollen wir alle damit leben? Ich kann immer noch nicht darüber nachdenken ohne zu ertrinken in Tränen. Und muß dabei immer noch stark sein, damit Du nicht an meiner Schwäche zerbrichst.

Die grausame Wahrheit, dass man seine Kinder nicht vor dem Unheil der Welt beschützen kann – das ist es was am meisten wehtut. Nein, körperliche Narben werden nicht zurückbleiben – alles würde ich geben, damit Du wieder unbeschwert lachen kannst…

Schule, die

September 19, 2008

Im Moment beschaut sie am liebsten die Fast-Männer-nicht-mehr-ganz-Kinder auf dem Weg zur Schule…

…und wünscht sich, die eigenen Söhne würden nie diesen Zug um die Mundwinkel bekommen, der ihr zeigt, dass das Leben schon mindestens einmal getroffen hat und dass die kindliche Illusion, dass irgendwie schon alles gutwerden würde, in Stücke gefallen ist…

Frau S.

September 9, 2008

Es hat Tage, da regt sie mich unheimlich auf. Warum muß ich mich neben allem andern auch  noch mit ihr und ihren Komplexen befassen?

Andererseits wirkt sie so oft unsicher, dass sie mir fast schon leidtut. Fast…

Schule

Februar 13, 2008

Erik möchte Sandwich mit Salami. Weil J. das immer hat. Immer? Ja immer, er hat jeden Tag das gleiche Essen, Weissbrot mit Salami.

Erik erzählt, dass J. auch gern Obst mit in die Schule nehmen würde, aber von seiner Mutter keins bekommt.

Ich gebe meinem Kind zwei Portionen Obst mit, auch wenn mir bewusst ist, dass viel mehr im Argen liegt als nur der Mangel beim Schulfrühstück.

Schule

Februar 13, 2008

Erik kommt völlig entsetzt nach Hause: Mama, J. hat erzählt, sein Papa ist abgehauen!

Nachfrage bei der Erzieherin. Die Eltern haben sich getrennt und der Vater möchte seinen Sohn nicht mehr sehen.

So viele Fragen…

Weiss seine Mutter, was sie ihm mit diesem Satz angetan hat? Weiss sein Vater, was er seinem Sohn antut, indem er den Kontakt abgebrochen hat? Was soll aus einem Kind werden, das mit 6 Jahren solche Sätze hört, solche Trennungen erleben muss? Was für ein Vater soll aus ihm werden, mit diesem Bild des eigenen Vaters vor den Augen?

Schlecht geschlafen.

Armut, die

Februar 11, 2008

An denjenigen, der mir vorrechnen wollte, wie gut man doch mit ALG2 leben kann: Ich gebe Ihnen einen Zeitraum von 6 Monaten und 1242€ 1248€. Davon kaufen Sie mir für mein Kind bitte folgendes (das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung, da weder Mietnebenkosten noch Möbel oder etliches an Nahrungsmitteln aufgeführt ist, was von *meinem* Geld draufgeht, aber versuchen Sie es einfach mal):

Täglicher Bedarf: Milch, Brot, Butter, Wurst, Käse, Margarine, Saft, Tee, Kakao, Eier, Obst, Gemüse, Joghurt, Pudding, Duschbad, Shampoo, Zahnpasta, Creme

Dazu im Laufe von 6 Monaten: Strümpfe, Socken, Slips, Unterhemden, T-Shirts, Pullover, Hosen, Schlafanzüge, feste Schuhe, Winterschuhe, Hausschuhe, Schal, Mütze, Handschuhe, dünne Jacke, Winterjacke, Regenjacke.

Zuzüglich einer Einschulung: Ranzen, Federmappe, Schreiblernfüller, Bleistift, Buntstifte, Faserstifte, Tuschkasten, Wachsmalkreide, Radierer, Lineale, Spitzer, Kleber, Schere, Hefte klein und gross, weiss, kariert und liniert, Hefter, Zeichenblock gross und klein, Tonzeichenblock gross und klein, Bücher im Wert von75 €(nein, die kann man bei Schulanfangern nicht leihen), Turnbeutel, Turnschuhe, Jogginghose, Sporthemd,Schwimmbeutel, Badehose, Badeschuhe und Duschbad, Hausschuhe für die Schule, Schlafanzug, Brotdose und Flasche für mitgebrachte Getränke. Ach ja, eine Zuckertüte und ein paar Kleinigkeiten drin wären auch schön.

Schulbedarf monatlich:Essengeld 25 €, Monatskarte 33 €(gestrichen, trotz hoher Spritpreise lohnt hier bei 2 Kindern noch das Selberfahren, vor allem weils auf meinem Arbeitsweg liegt, nehmen wir 10€ Spritgeld für die tägliche Fahrt), Kopiergeld 2€, Klassenkasse 2€, dazu noch *Kleinigkeiten* wie Faschingskostüme, Plätzchen zu Weihnachten, oder mal eben 425ml Nivea-Creme zum Matschen.

Noch was vergessen? Also ausser Kultur, vielleicht mal einen Zoobesuch, ab und an auch ein Eis oder Weihnachtsgeschenke? Nein ich glaube nicht. Sie können gern auch die 50 Euro von Oma, die es zu Weihnachten und zur Einschulung gab mit einrechnen. Dafür rechne ich weder das neue Bett inkl. Matratzen auf, noch die Schokolade, die es hier tatsächlich immer mal gibt oder die Tatsache, dass die angefertigten Schuhe mit jeweils 45 € zu Buche schlagen. Viel Spass.

Und nur zur Ergänzung: Nein ich möchte nicht jammern, aber die Arroganz, die in etlichen Beiträgen zum Ausdruck kam, finde ich nahezu unerträglich. Ich habe mich bewusst für die Kinder entschieden, dass eines der Kinder nicht gesund ist tut nichts zur Sache und ich wusste, dass ich in die Armutsfalle tappen werde, wenn ich mich für ein Leben ohne Mann und mit Kindern entscheide.

Wir kommen gut zurecht. Ich würde uns rein subjektiv auch nicht als arm einschätzen, arm ist was anderes. Andererseits schläft es sich deutlich ruhiger mit dem neuen Job, und einen Urlaub planen zu können, das ist wirklich etwas tolles.

Fragen an J.

Februar 1, 2008

Ist es wirklich so leicht? Und wenn es das ist, warum tut es dann niemand?

Es war nie mein Traumjob, aber wenn es so leicht ist, dann sollte man das nochmals überdenken.

Fragen an J.

Februar 1, 2008

Ich kenne Dich seit dem Tag Deiner Geburt und dennoch gibt es so vieles, das ich nicht weiss.

Ich weiss, dass Du entgegen aller Wahrscheinlichkeit Deine Eltern innig liebst(nicht wegen Deiner Eltern unwahrscheinlich, sondern wegen Deinem Alter). Ich weiss, dass Du klug bist – aber denkst du? Stellst Du Fragen? Gibst Du Dich zufrieden?

Die erste Frage ist die nach der Würde, einmal weil sie mich direkt betrifft, zum anderen weil es mir schon immer wichtig war, und weil es mir heute wichtig ist, dass sie Dir(und jedem anderen) bewusst ist.

Köln

November 22, 2007

Soviel gäbe es zu schreiben dazu. Sovieles ist schon geschrieben worden, über Unvermögen, Wut, Trauer und Hilflosigkeit. Hinzuzufügen wäre nur noch dies: Jeder Erwachsene an dieser Schule sollte sich in Grund und Boden schämen. Vom Hausmeister bis zum Direktor haben sie alle versagt. Man kann Kindern nicht vorwerfen, dass sie dumm oder grausam sind, aber man kann Erwachsenen durchaus vorwerfen, dass sie Grausamkeit nicht erkannt oder nichts dagegen unternommen haben.

Ich gebe mein Kind Tag für Tag in die Verantwortung dieser Leute, und dazu gehört auch, dass mein Kind den Schulbesuch an Leib und Seele unbeschädigt übersteht. Solange dafür keiner in die Pflicht genommen wird, wird es auch weiter verzweifelte Kinder geben, die keinen Ausweg sehen, als sich und ihren Peinigern das Leben zu nehmen.

sprachlos…

Schule

Oktober 14, 2007

„Es muß immer mühsam sein.“, einer von W.’s Lieblingssätzen.

„Guten Tag, ich bin Herr Böhme, der Therapeut Ihres Sohnes. “ „Schön Sie kennenzulernen, ich würde bei Gelegenheit die alten Therapieberichte mitgeben, damit Sie wissen, was wir bisher gemacht haben.“ „Fein, dann fangen wir jetzt mal mit Vojta an.“ wtf?

„Wieso Vojta, ich möchte nicht dass mein Sohn mit Vojta therapiert wird? Ich habe keiner Vojta-Therapie zugestimmt, wir machen Bobath, und das schon seit Jahren. „

Ganz großes Kino, warum kann die zuständige Koordinatorin an der Schule nicht Rücksprache mit mir halten, ehe sie so etwas beschließt? Ich habe mit Vojta nur schlechte Erfahrungen gemacht(nicht zuletzt mit der Chefin des netten Herrn Böhme). Nun brauch ich einen neuen Therapeuten und ein neues Rezept und solange wird Jan wieder nicht therapiert.

Es muß immer mühsam sein.